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Arkadij Wink
Freelancer film&media

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Wände aus Papier

Regie, Buch, Postproduktion: Arkadij Wink
Kamera: Julian Preuß
Buch, Song: Philipp Leon
Schauspielerin: Gloria Rebmann

Was für ein Projekt!
Das Video sollte innerhalb zweier Tage abgedreht sein. Natürlich kein Problem. Nach effektiv 4 Tagen Planung stand dem Dreh nichts im Wege und das Ergebins ließ sich sehen. An dieser Stelle nochmal ein Großes Dankeschön an alle Beteiligten - ohne euch wäre das nicht Möglich gewesen!

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Equipment

Gefilmt wurde mit Julians Sony α7s II mit einer Auswahl von ein paar modifizierten Vintage Objektiven. Hauptsächlich wurden 35mm benutzt. Je nach Situation wurde natürlich davon Abgewichen.
Besonders ist hierbei bei 35 und 50mm, das es zwei Varianten gab: "knackig scharf" und "alt". Die Idee dahinter; die Geschichte spielt im Kopf des Lyrischen Ichs und dieser Idealisiert seine Nachbarin. Das billigere Objektiv erzeugt durch die unterschiedliche Schärfe in Bildmitte und Rand einen subtil verträumten Look.

Zusätzlich dazu gab es für die Szene im Wohnungsflur unseres Sängers ein Dolly und für den Crash in die Tür eine Glidecam. Und ein Auto, aber dazu später mehr.

Produktion

Der Wunsch Philipps war es ein Video zu haben, bei dem man das Kiezgefühl hat. Da muss man in Saarbrücken nicht lange suchen; genau das ist das Nauwieser Viertel. Alle Geschäfte in denen gedreht wurde sind hier zu finden; genau so wie die meisten Straßen.
Freundlicher Weise von Philipps Freunden bereitgestellt, hatten wir zwei Altbauwohnungen zur Verfügung. Eine davon haben wir für die Außenszenen benutzt.. In der Hoffnung, dass es nicht zu Vorstädtisch wirkt.

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Aufs Licht kommts an!

Ziemlich früh stand auch fest, dass es einen Splitscreen geben wird in dem die beiden Protagonisten ihr paralleles Leben führen. Auch wichtig war es nicht einfach nur zu zeigen was besungen wird, sondern neue Szenen zu zeigen, die die Emotionen des Liedes unterstreichen.
Wir haben also einen Kerl der sich nicht traut seine Nachbarin anzusprechen und damit kämpft es endlich zu tun und eine Nachbarin die einfach ihr Leben lebt (or does she?). Das hieß auch für die Komposition, dass die Protagonisten getrennt werden sollten. Links ist also Glorias dominierende Seite und Rechts Phils. Der Versuch war es durch diese Seitenbeziehung die Geschichte etwas zu unterstützen. Achtet darauf in welche Richtung sie gehen und schauen und wo die Regel gebrochen wird und sind und verliebt euch in die Details ;)

Der Kamerameister im Kofferraum

Der Dreh selbst ist außerordentlich spaßig wie flüssig verlaufen. Denn wie man weiß: Der frühe Vogel fängt sich eine! Planung ist alles. Insgesamt waren es zwei lange Drehage, die Ähnlich verlaufen sind. Morgens Gebrieft, dann Gedreht bis zum Abend. So weit so normal.

Am ersten Tag war sehr viel Radeln angesagt. Eine der Fragen die man sich beim schauen wohl stellen mag; "wie haben diese No-Budget Grünschnäbel die Fahhradszenen gemacht". Nun - nach ordentlichster Guerillamanier einfach aus dem Kofferraum des Autos heraus. An dieser Stelle sei darauf Hingewiesen das nicht nach zu machen!
Auch wenn dieser Teil sehr stressig war (navigieren, StGVo beachten, geschmeidig fahren), vor allem durch die verwinkelten Straßen Saarbrückens, hatten wir am Ende wirklich schöne Aufnahmen. (Ich konnte nichtmal alles verbraten)

Auch wichtig war es vorher zu Proben. Deshalb sind wir im Vorfeld schonmal in den Waschsalon um zu schauen wie wir da framen.
Dadurch konnten wir am Drehtag selbst alles was wir brauchten in weniger als einer Stunde drehen - und das war auch gut so, denn es war genau die Stunde in der wir noch genug Tageslicht hatten.

Color Grading

Ein gutes Grading macht mMn den Film/das Video. Warum? Hier das Extrembeispiel:

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(Der Trenner lässt sich verschieben) links ohne Grading, rechts mit.

Der angestrebte Look war eine Mischung aus Film und dem Stil von Philipps Instagram Posts. Und so wurde es erreicht:
Gefilmt wurde in Slog2.

Mein erster Schritt ist immer den letzten Schritt sichtbar zu machen. Es brauchte einen Filmlook, also hab ich eine Kodak D65 LUT darauf angewendet. Remember: LUTs sind nur Werkzeuge, die einem keinen Look geben. In diesem Fall geht es hauptsächlich um richtigen Kontrast und Farbverhalten.

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Der Filmlook

Das sieht natürlich nicht allzu lecker aus. Es ist zu hell und der Weißabgleich ist leicht zerschossen. Also den Blick an die Scopes fesseln (niemals alleine mit Augen alleine arbeiten - nicht jeder Bildschirm ist gleich) und Schwarz/Weiß/Grauwerte anpassen. Normalerweise mit Hilfe einer Graukarte, aber darauf haben wir hier verzichtet.

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Anpassung Kontrast, Helligkeit, Weißabgleich

Sehr wichtig ist bei alledem die Reihenfolge der Arbeitsschritte.
Als Faustregel gilt Farben vor und Kontrast nach der Farbraumkonvertierung/LUT, denn vorher hat man noch alle Farbinformationen - stellt man den Kontrast da ein kann es zu eigenartigen Verziehungen kommen. Um ein genaueres Bild vom Endprodukt zu haben sollte man jetzt Kontrast/Helligkeit so nah wie Möglich an sein Wunschbild bringen.

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Trennung von Hauttönen und Hintergrund

Wenn das fertig ist beginnt erst das eigentkiche Grading. Das heißt Hauttöne via Layernode von dem Rest trennen und die zwei Ebenen separat färben. Der Hautton sollte so natürlich wie Möglich sein - dafür gibt es im Vektorscope eine passende Hilfslinie.
Die "Restebene" ist für den Look zuständig. In diesem Fall mhab ich die Geschichte lediglich dezent "erwärmt".

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Feinschliff

Im letzten Schritt geht man nochmal über alle Nodes und korrigiert in den letzten Schritten (auch in den Nodes ganz hinten) ein letztes Mal bis man ein Bild hat mit dem man zufrieden ist.
Und hat man das nun endlich geschafft kann man sich daran machen alle anderen Szenen anzupassen. In der Regel genügt es die erste Korrektur pro Clip zu machen und dann (nach Drehorten/Lichtverhältnissen) das Grading kollektiv zu setzen.
In diesem Fall hab ich in den meisten Clips einfach das Grading übertragen und ggf. den letzten Schritt wiederholt. Das ging hauptsächlich weil die Kamera (fast) immer die selben Einstellungen hatte. Die Szenen an denen die Kamera falsch eingestellt war, sind deswegen aber ziemlich leicht zu identifizieren...

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Der Nodegraph

Trotz dieser Mängel ist das Ergebnis aber rund geworden und lässt sich gut und gerne sehen!

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